Fasziniert von den Möglichkeiten des multimedialen Journalismus

von Montag, den 22. Juni 2015

Tobias Köpplinger führt eine traditionelle Medienmarke in die Zukunft. Der 34-Jährige ist seit Februar dieses Jahres Head of Multimedia beim Nordbayerischen Kurier in Bayreuth. Dort kreiert er multimediale Inhalte, führt den Dialog mit den Nutzern und entwickelt das Online-Angebot so stetig weiter. Die Kompetenzen hierzu hat er sich während eines berufsbegleitenden Studiums an der Leipzig School of Media (LSoM) angeeignet, wo er bald seinen Masterabschluss in „New Media Journalism“ machen wird.

„Ich mache alles, was unsere Nutzer dazu animiert, möglichst lange auf unserer Website zu bleiben“, beschreibt Köpplinger seine Aufgabe in dem bayerischen Medienhaus. Der diplomierte Politikwissenschaftler und heutige Experte für digitalen Journalismus entwickelt unter anderem Videobeiträge, baut Webreportagen und experimentiert mit neuen erzählerischen Formaten. Außerdem hat er den neuen Redaktionsworkflow Online-to-Print maßgeblich mitentwickelt.

Wissen, das unmittelbar in berufliche Tätigkeit einfließt


Nach mehreren Stationen, die ihn vom Volontariat in Kitzingen über die Anstellung als Korrespondent bei der Mediengruppe Oberfranken zum Nordbayerischen Kurier nach Bayreuth führte, entschied er sich 2012 für „New Media Journalism“ an der LSoM. Fasziniert von den Möglichkeiten des neuen, multimedialen Journalismus setzte er sich innerhalb des zweijährigen Masterprogramms unter anderem mit Inhalten wie crossmedialer Content-Aufbereitung, Webtechnologien und Change Management auseinander und vertiefte sein Wissen im Redaktionsmanagement und zu digitalen Erlösmodellen. Wissen, welches unmittelbar in seine berufliche Tätigkeit einfließt. „Was man im Studium lernt, wendet man direkt in der Praxis an. Aus diesem Grund gibt es für mich keinen vergleichbaren Studiengang“, sagt Köpplinger.

Damit steht er stellvertretend für eine Generation junger Journalisten und Medienschaffender, die berufsbegleitende Weiterbildung als essentielle Notwendigkeit ansehen, um die Karrierechancen der digitalen Transformation zu ergreifen und den Journalismus als Ganzes voranzutreiben. „Wir brauchen mehr Leute, die fit sind für den digitalen Journalismus, für den digitalen Wandel und alle Anforderungen, die damit einhergehen“, appelliert Köpplinger.

Online-Journalismus benötigt neue Herangehensweise


Dazu gehört für ihn etwa, dass ein Text, der in einer Zeitung funktioniert, noch lange nicht im Internet funktionieren muss. Online-Journalismus beziehungsweise Geschichten online zu erzählen, brauche eine ganz eigene Herangehensweise, ein ganz eigenes Gefühl für Storytelling. Das zeigt sich an einem Beispiel aus Köpplingers Arbeitsalltag: „Wir haben naturgemäß viele Nutzer, die vor allem an Lokalpolitik interessiert sind und daher überlegen wir permanent, wie wir komplizierte Inhalte einfach vermitteln können. So haben wir beispielsweise die Straßenausbaubeitragssatzung mit Playmobil-Figuren in einem zweiminütigen Video erklärt. Das hat sehr gut funktioniert.“

Komplizierte Sachverhalte anschaulich erklären, multimediale Inhalte ausprobieren und immer einen engen Draht zu den Nutzern wahren, das gehört zu Köpplingers Kernarbeitsfeldern und bildet gleichzeitig einige der wichtigsten Lehrinhalte des Studiengangs „New Media Journalism“. Zum Abschluss fehlt Köpplinger derzeit lediglich noch die fertige Masterarbeit, die sich mit Scrollreportagen bei regionalen Tageszeitungsverlagen auseinandersetzen wird. "Ich finde das Thema spannend, weil Verlage experimentieren, wie sie Reportagen in die digitale Welt transformieren können", erklärt er. Die Ergebnisse seiner Masterarbeit werden nicht zuletzt dem Nordbayerischen Kurier zugutekommen. Sie bestätigen die Annahme, dass „Onlinejournalismus mehr als die schnelle Meldung ist“ und multimediale Inhalte ein hohes Potenzial bergen, um die Aufmerksamkeit der Nutzer gewinnen und dauerhaft halten zu können.

Masterstudiengang New Media Journalism startet jährlich im Oktober

„New Media Journalism“ ist ein europäisch vernetzter Studiengang. Er startet jährlich im Oktober und schließt mit dem international anerkannten Abschluss „Master of Arts“ ab, der durch die Universität Leipzig verliehen wird. Pro Semester absolvieren die maximal 15 Studenten 18 Präsenz-Studientage mit Unterricht in Leipzig, Hamburg, Luzern und Salzburg. Offizieller Bewerbungsschluss ist jeweils der 15. August. Danach sind Bewerbungen bis Ende September im Nachrückverfahren möglich.

Text: Mariela Sirakova

Porträt-Foto von Journalismus-Student Tobias Köpplinger.

Arbeitet gerade intensiv an seiner Masterarbeit über Scrollytelling: NMJ-Student Tobias Köpplinger. (Foto: Privat)

Foto von Köpplinger und seinen Kommilitonen bei seiner Immatrikulation 2012.

Köpplinger mit seinen Kommilitonen aus dem Studiengang New Media Journalism bei seiner Immatrikulation 2012. (Foto: LSoM)

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