Nach "No Billag": Veränderte Mediennutzung stellt auch ARD, ZDF und Co. infrage

von Dienstag, den 06. März 2018

Nach der Abstimmung über Rundfunkgebühren in der Schweiz steht auch Deutschland eine Debatte über die Arbeit der öffentlich-rechtlichen Medien bevor. "Man darf sich nicht darüber hinwegtäuschen: Das ist nicht das Ende der Diskussion, sondern der Anfang", sagt der Leipziger Medienwissenschaftler Prof. Dr. Rüdiger Steinmetz in einem Interview mit dem MDR.

Steinmetz verweist in dem Gespräch auf viele Bürger, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch in Deutschland ablehnen. Laut Umfragen liegt der Anteil der Gegner von ARD und ZDF hierzulande ebenfalls bei etwa 30 Prozent. Keineswegs seien es nur die Anhänger von populistischen Parteien, die den Nutzen der Öffentlich-Rechtlichen infrage stellen. Noch relevanter sei das insgesamt veränderte Mediennutzungsverhalten: "Diejenigen, die jetzt beginnen, Medienpolitik zu gestalten, sind ohne den klassischen Medienkanon aus Print sowie öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Rundfunk aufgewachsen. Die bauen sich ihr Medienmenü selbst zusammen", erklärte Steinmetz.

Dominanz abhängiger Kommunikation droht

Die öffentlich-rechtlichen Sender, aber auch die Zeitungsverlage hätten diese Entwicklung seit langem nicht ernst genug genommen, sagt Steinmetz. Nun gelte es, stärker für sich zu argumentieren und für die eigenen Leistungen zu werben. Es sei ein Trugschluss, dass sich alle Menschen irgendwie ihr Informationsangebot selbst zusammensuchen könnten: "Die Informationsneutralität, wie sie die Öffentlich-Rechtlichen erbringen, ist ein hohes Gut und darf nicht dem freien Spiel der Kräfte überlassen werden". Ansonsten drohe eine Dominanz von politischer, interessensgeleiteter und kommerziell orientierter Kommunikation.

ARD, ZDF und Co. sollten Erregungsspirale nicht mitmachen

Steinmetz kritisierte zugleich die Arbeit der öffentlich-rechtlichen Sender. Diese sollten nicht versuchen, bei jeder medialen Erregung an erster Stelle zu sein, sondern im Gegenteil "der Erregungsspirale, die sich aus dem Zusammenspiel klassischer Medien mit den sozialen Medien ergibt, etwas entgegensetzen und ausgeruhter an die Sache gehen". Nur so könne Vertrauen aufgebaut werden.

Rüdiger Steinmetz war viele Jahre auf Seiten der Universität Leipzig für den Masterstudiengang New Media Journalism an der Leipzig School of Media (LSoM) verantwortlich. Erst im Mai vergangenen Jahres hatte er diese Aufgabe an Prof. Dr. Markus Beiler sowie den langjährigen Co-Verantwortlichen Dr. Tobias D. Höhn übergeben.

Steinmetz ist auch Mitglied des Medienrates der sächsischen Landesmedienanstalt.

 >> Das komplette Interview auf der Website des MDR ansehen.

 

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Prof. Dr. Rüdiger Steinmetz

Prof. Dr. Rüdiger Steinmetz bei einer Absolventenfeier der Leipzig School of Media (Foto: LSoM).

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