NMJ-Studierende informieren sich beim MDR über trimedialen Newsdesk

von Mittwoch, den 22. Februar 2017

Auf der einen Seite haben Nachrichten immer kürzere Halbwertszeiten. Auf der anderen Seite verändert die fortschreitende Digitalisierung nicht nur die journalistische Arbeit, sondern auch den Medienkonsum. Wie sich diese Entwicklungen auf den öffentlich-rechtlichen Hörfunk- und Fernsehjournalismus in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auswirken, erklärte Michael Naumann, Referent des Chefredakteurs des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), den Studierenden des Masterprogramms New Media Journalism (NMJ) bei einem Besuch der MDR-Zentrale am vergangenen Freitag.

Während des zweistündigen Rundgangs konnten sie einen Blick hinter die Kulissen der redaktionellen Arbeit des MDR werfen, sich über den trimedialen Newsdesk informieren sowie an der morgendlichen Live-Schalte zu den Landesfunkhäusern in Erfurt, Magdeburg und Dresden teilnehmen.

Trimedialer Newsdesk als Koordinationspunkt

Die Teilnehmer des berufsbegleitenden Studiengangs erfuhren, dass der 2011 eingeweihte trimediale Newsdesk als Koordinationspunkt der drei Bereiche TV, Hörfunk und Online dient und so die Arbeitsabläufe und Kommunikation der Journalisten erleichtert. Naumann erläuterte, wie hier Journalisten aus dem Fernseh-, Hörfunk- und Online-Bereich mit- und nebeneinander arbeiten – ein bis dato einzigartiges Konzept in der öffentlich-rechtlichen ARD. „Früher hat jeder für sich selbst gearbeitet. Andere Kollegen wurden nicht eingeweiht und so trafen sich manchmal zwei oder drei MDR-Teams unterschiedlicher Mediengattungen auf demselben Termin“, sagte Naumann. Heute erfolgten Absprachen schneller und gedrehtes Material würde auch zwischen Teams geteilt.

„Ich war überrascht, wie viel weiter die tatsächliche redaktionsübergreifende Arbeit beim MDR schon Alltag ist“, stellte NMJ-Studentin Christiane Teschl-Hofmeister fest, die selbst beim Österreichischen Rundfunk die dortigen Landesstudios koordiniert. „Sitzungen mit Radio, Fernsehen und Internet gibt es bei uns in den Landesstudios teilweise, in der Zentrale gar nicht“, berichtete sie.

Journalisten werden nach ihren Kompetenzen eingesetzt

Naumann stellt jedoch auch klar: „Hier muss kein Journalist jeden Ausspielweg beherrschen.“ Zwar würden MDR-Volontäre trimedial ausgebildet und später nach Themen und nicht nach Mediengattungen eingeteilt. Dennoch würden Journalisten vorrangig in dem Bereich eingesetzt, für den sie die besten Kompetenzen mitbringen.

Noch ist vieles im Umbruch begriffen: Der Mitteldeutsche Rundfunk, der circa 2000 fest angestellte Mitarbeiter und beinahe ebenso viele Freie beschäftigt, wird momentan umstrukturiert. Die NMJ-Studierenden bewerteten das zwischenzeitlich bereits Erreichte – zum Teil auch gespiegelt an den Entwicklungen des eigenen Arbeitgebers – durchaus unterschiedlich: „Es war erstaunlich zu sehen, welch riesiges Medienunternehmen der MDR eigentlich ist. Trotzdem oder gerade deswegen besteht in Sachen digitalem Journalismus und besserer Vernetzung untereinander noch riesiges Potenzial – so jedenfalls mein Eindruck“, stellte Tobias Winzer fest, der bei der Sächsischen Zeitung die Freitaler Lokalredaktion leitet. '

Ebenfalls bei einem Printmedium tätig ist Stephan Agnolazza; er ist Chefredakteur der wöchentlichen Zeitung Wirtschaft regional aus Liechtenstein und war ähnlich von der Größe des MDR beeindruckt: „Die deutlichsten Unterschiede zu meiner Arbeit zeigten sich sicher in der Größe des Unternehmens – wir haben etwas mehr als 50 Mitarbeiter, hier sind es 2000. Deshalb war es für mich sehr spannend zu sehen, wie man hier eine gelungene und effiziente Kommunikation versucht herzustellen. Hier kann ich sicher einiges für unser Medienhaus mitnehmen.“ Jacqueline Bohrmann, Hörfunkredakteuerin beim Bistum Fulda ergänzte: „Besonders überrascht hat mich, dass der strukturelle Umbau des Senders doch so schleppend voran geht und mit welchen Hürden dabei zu kämpfen ist.“

Studierende des Masterprogramms New Media Journalism besuchen den Mitteldeutschen Rundfunk.

Studierende des Masterprogramms New Media Journalism besuchen den Mitteldeutschen Rundfunk. (Foto: Kathrin Schmidt)

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