Online, Video und Smartphone neben Druckerschwärze

von Freitag, den 16. Juni 2017

Dr. Andrea Six hatte schon mehr als 15 Jahre Berufserfahrung im Journalismus und in der Unternehmenskommunikation, als sie sich 2014 entschied, berufsbegleitend New Media Journalism (NMJ) zu studieren. Zu dieser Zeit arbeitete die heute 48-Jährige unter anderem als feste Autorin in der Wissenschaftsredaktion der Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag und unterrichtete selbst angehende Journalisten an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Dennoch wollte sie sich beruflich weiterentwickeln: „Ich hatte immer nur für Printmedien gearbeitet und merkte, dass sich immer mehr in Richtung online umstellt. Ich hatte das Gefühl, dass ich diese Entwicklungen nicht verpassen darf“, erzählt Six.

So wie Andrea Six, die vor ihrer journalistischen Karriere als Veterinärmedizinerin promovierte, geht es heute vielen Journalisten und Medienschaffenden. Die Digitalisierung hat die Medienbranche in den vergangenen Jahren mit Wucht getroffen und die Veränderungen dauern an. Genau aus diesem Grund bietet die Leipzig School of Media (LSoM) gemeinsam mit der Universität Leipzig seit 2008 das Masterprogramm NMJ an. Partner des europäisch vernetzten Studiengangs sind überdies die Akademie für Publizistik in Hamburg, das Kuratorium für Journalistenausbildung in Salzburg sowie die Schweizer Journalistenschule MAZ in Luzern. Alle Beteiligten haben das Ziel, Journalisten und andere Medienmacher so auszubilden, dass sie den digitalen Medienwandel nicht nur bewältigen, sondern gestalten können.

Die vielfältigen Facetten der Neuen Medien erfassen

Der Fokus des Studiengangs liegt auf dem digitalen Journalismus. Auf dem Lehrplan stehen unter anderem Multimediales Produzieren, crossmediales Redaktionsmanagement oder Online-Geschäftsmodelle. Zugleich erlernen die Studierenden das journalistische Handwerk, von der Recherche, über Darstellungsformen bis hin zu den medienethischen und presserechtlichen Grundlagen.

Inhalte für mehrere Plattformen produzieren, Online-Reportagen erstellen und alle Möglichkeiten des Berufsfeldes der Neuen Medien kennenlernen – das waren vor Studienbeginn auch die Erwartungen von Andrea Six. Kurz nach dem Abschluss des Studiums fällt ihr Fazit positiv aus: „Ich bin im Onlinejournalismus heute viel sicherer als vorher.“ Ein Höhepunkt sei zum Beispiel die multimediale Projektarbeit gewesen. „Mit Kommilitonen habe ich dort tatsächlich eine eigene App erstellt, in der man sich über Flohmärkte weltweit informieren kann. Die App ging dann sogar online. Ich finde es heute noch klasse, dass ich sagen kann: Ich habe eine App produziert“, erzählt die Wissenschaftsjournalistin. Die praktischen Einheiten haben ihr insgesamt am besten gefallen, sagt Six. Unterm Strich seien diese sogar zu kurz gekommen.

Lehrplan wird ständig optimiert

Solche Hinweise der Studierenden nehmen die Organisatoren des Studiengangs sehr ernst. „Wir evaluieren die Lehrveranstaltungen permanent und möchten das Studium kontinuierlich verbessern“, sagt Studiengangskoordinatorin Rebecca Nell. „Erst zum Wintersemester 2016 haben wir das Curriculum verändert und an die neuesten Anforderungen der Branche angepasst.“ Im Lehrplan haben seitdem unter anderem digitales Storytelling und Datenjournalismus einen größeren Stellenwert. Der Umfang des Studiums wurde von 90 auf 120 Leistungspunkte (ECTS) erweitert. Fest steht aber, dass sich der Studiengang auch weiterhin in einem Spannungsfeld bewegen wird. Die Ausbildung soll zugleich akademisch fundiert und praxisnah sein. Als Dozenten kommen sowohl Wissenschaftler als auch Praktiker zum Einsatz. „Es ist uns sehr wichtig, diese Balance zu halten. Immerhin erhalten die NMJ-Absolventen am Ende auch ein Masterzeugnis von der Universität Leipzig in der Hand. Und das steht auch dafür, dass die Absolventen befähigt sind, wissenschaftlich zu arbeiten“, erklärt Studiengangskoordinatorin Rebecca Nell.

Masterarbeiten zu aktuellen Fragestellungen

Andrea Six hat diesen Nachweis nicht nur wegen ihres Doktortitels bereits erbracht. Kürzlich hat sie ihre NMJ-Masterarbeit erfolgreich abgeschlossen. Ihr Thema: „Beyond Cat News – Chancen und Risiken der Personalisierung redaktioneller Inhalte“. Darin vergleicht sie deutsch-schweizer Medien in Hinblick darauf, wie stark sich Nutzer ihre Inhalte in den Angeboten individuell zuliefern lassen können. Sie befragte dazu rund 1.500 Leser und führte Interviews mit den Online-Chefs von Medienhäusern. „Ich habe herausgefunden, dass die Mehrheit der Leser die Personalisierung von Zeitungsinhalten ablehnt“, erzählt Six.

Beinahe alle Abschlussarbeiten im Studiengang befassen sich mit solch aktuellen Phänomenen. So entstanden zuletzt allein im vergangen Jahr unter anderem Masterarbeiten über Native Advertising, Suchmaschinenoptimierung für Medienunternehmen oder Konstruktiven Journalismus.

Ihren Wissensdurst hat Andrea Six mit dieser Abschlussarbeit und dem NMJ-Studium noch lange nicht gestillt. Als Nächstes möchte sie gerne eine Sprecherausbildung machen, um Videos vertonen zu können. „Bei meinen Kommilitonen aus dem TV-Bereich habe ich gesehen, dass da einiges dahinter steckt. Ich finde das sehr spannend“, sagt Six. Außerdem möchte sie ihr Smartphone zukünftig als Reporter-Werkzeug einsetzen und plant daher den Besuch eines Seminars zu mobilem Journalismus.

Neue berufliche Aufgabe direkt nach dem NMJ-Abschluss

Und dann warten auch noch neue berufliche Herausforderungen: Ab September arbeitet Andrea Six zusätzlich für eine Forschungseinrichtung in der Schweiz. Dort soll sie die Unternehmenskommunikation digitaler und multimedialer aufstellen. „Ohne das, was ich im Studium gelernt habe, hätte ich den Job nie bekommen. Insofern hat sich das Ganze unbedingt gelohnt“, sagt die Absolventin.

Der Masterstudiengang New Media Journalism startet übrigens jährlich im Oktober. Studieninteressierte können sich bis 15. August jedes Jahres bewerben. Danach sind Bewerbungen auch noch bis Ende September im Nachrückverfahren möglich. Die Regelstudienzeit beträgt vier Semester. Das Programm kombiniert Präsenz- und Selbststudienphasen. Der Präsenzunterricht findet in der Regel einmal im Monat von Donnerstag bis Samstag abwechselnd in Leipzig, Hamburg, Salzburg sowie in Luzern statt. Der von der Universität Leipzig verliehene akademische Grad „Master of Arts“ ist international anerkannt.

>> Informationen zum Studiengang finden Interessierte unter www.newmediajournalism.net

Dr. Andrea Six, Absolventin des berufsbegleitenden Masterprogramms New Media Journalism, fühlt sich durch das Studium bestens auf neue digitale Aufgaben vorbereitet.

Dr. Andrea Six, Absolventin des berufsbegleitenden Masterprogramms New Media Journalism, fühlt sich durch das Studium bestens auf neue digitale Aufgaben vorbereitet. (Foto: A. Six, Symbolbilder: ra2 studio/Fotolia, Rawpixel.com/Fotolia)

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