Video Marketing: 6 Trends für 2018

von Freitag, den 05. Januar 2018

2018 ist nicht das Jahr für einen schüchternen Umgang mit der Kamera. Experten sind sich einig: Der Trend zum Bewegtbild wird noch stärker die (digitale) Kommunikation bestimmen. Dies untermauern auch aktuelle Zahlen. Laut der neuesten ARD-ZDF-Onlinestudie schauen 53 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahren jede Woche Videos im Internet. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 88 Prozent.

Kein Wunder, dass Videos auch für Marketing-Verantwortliche immer wichtiger werden. Die Mitglieder des Fachkreises Online-Mediaagenturen (Foma) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) halten Videos zu 85 Prozent jetzt und in Zukunft für das Marketing für „sehr bedeutend“. Keine andere Werbeform – weder Suchmaschinen noch Social Media – wird als relevanter eingeschätzt. 68 Prozent der im Verband OWM organisierten werbetreibenden Unternehmen wollen ihre Ausgaben für Online-Videos im Jahr 2018 steigern.

Wachstum ist also im Bereich Video Marketing 2018 vorprogrammiert. Welche Entwicklungen gilt es dabei besonders zu beachten?

1. Social Media stehen im Zentrum

Die sozialen Netzwerke, allen voran Facebook und Instagram, sind weiterhin Treiber des Video-Booms. Facebook setzt in seinem Algorithmus konsequent auf originäre Bewegtbilder, also auf dort hochgeladene Videos, weil diese eine höhere Verweildauer und Interaktionsrate versprechen. Das Unternehmen lässt sich dabei nicht in die Karten schauen, aktuelle Abrufzahlen gibt es nicht. Schon Anfang 2016 war allerdings davon die Rede, dass Facebook-Nutzer 100 Millionen Stunden Videomaterial täglich ansehen. Im Juli 2017 gab Facebook bekannt, dass sich 250 Millionen Menschen täglich Instagram-Stories anschauen. Diese Zahlen dürften aktuell noch höher liegen. Bei der Vorstellung des jüngsten Quartalsberichts (3/2017) sagte Marc Zuckerberg: „In den nächsten drei Jahren sind Videos der größte Trend innerhalb unserer Produkte.“

2. Live-Videos

Insbesondere setzt Facebook auf Live-Videos und belohnt diese mit besseren Platzierungen im News Feed. Hintergrund: Nach Angaben des Social Networks ist die Zahl der Interaktionen und Kommentare bei diesem Format noch einmal 10 Mal (!) höher als bei anderen Videos. Experten erwarten daher in den kommenden Monaten eine Flut an Live-Video-Kampagnen. Medienhäuser werden vermutlich etwa in Breaking-News-Situationen noch häufiger live bei Facebook senden und dabei das Smartphone als Reporterwerkzeug einsetzen. Unternehmen werden zu Zwecken des Content Marketing auf den Zug aufspringen.

3. 360-Grad-Videos

Videos mit Rundumblick fallen auf. Außerdem können Nutzer mit den 360-Grad-Videos ihre eigene Perspektive steuern. Diese Interaktionsmöglichkeit gefällt wiederum Facebook (siehe oben). Daher könnten 360-Grad-Videos 2018 ein weiterer wichtiger Trend werden. Sie funktionieren zwar grundsätzlich auch ohne Virtual-Reality-Brille, aber die zunehmende Verbreitung solcher Brillen dürfte dem Videoformat einen zusätzlichen Schub geben. Erste Erkenntnisse zur Nutzung von 360-Grad-Videos und Tipps für Produzenten hat YouTube in einem Blogbeitrag zusammengefasst.

4. Sinkende Kosten

„Grundsätzlich ist Video Marketing keine Frage der Unternehmensgröße oder des Geldes“, sagte Christian Muth, Dozent der Leipzig School of Media (LSoM), bereits im Oktober im Interview auf unserer Website. Dafür gibt es zwei gewichtige Argumente. Zum einen wird die Technik immer günstiger. Bereits moderne Smartphones sind in der Lage, extrem gute Videos aufzunehmen. Zum anderen akzeptieren die Nutzer, vor allem in Social Media, auch Videos von minderer Qualität. So hat etwa eine Studie der PR-Agentur Fischer Appelt zum Thema Videos im Content Marketing ergeben, dass die Bildqualität lediglich für und 17 Prozent der User „sehr wichtig“ ist.

Für Marketing-Verantwortliche heißt das, dass Videos auch mit dem Smartphone oder günstigen Digitalkameras gedreht werden können. Außerdem wird die Software für den Schnitt und die Audiobearbeitung immer einfacher. Oft genutzt wird etwa Spark Video von Adobe oder Animoto.

5. Emotionen und Mehrwert

Wichtiger als eine hohe Bildqualität und ein professioneller Schnitt sind die Inhalte von Online-Videos – auch im Marketing. In der eben erwähnten Studie nannten die Befragten zu 75 Prozent den Unterhaltungsfaktor und zu 65 Prozent die Erklärfunktion als ihre Beweggründe, sich ein Video anzusehen. Kein Trend, sondern eine dauerhafte Erkenntnis ist also: Videos im Marketing müssen emotional bewegen und/oder einen Mehrwert bieten. LSoM-Dozent Jens Neumann hat dies bereits 2016 bei einem Vortrag auf dem Mediencampus Villa Ida genauer erklärt.

6. Kurz, ohne Ton und im Hochformat

Auch bei der Form der Videos haben sich inzwischen klare Erfolgsfaktoren herauskristallisiert. Video-Content muss 2018 „snackable“ sein, insbesondere wenn er in sozialen Medien eine Rolle spielen will. Die Video-Marketing-Agentur how2 gibt in einem aktuellen Whitepaper, an dem auch LSoM-Dozent Robert Weller mitgearbeitet hat, folgende Ratschläge:

  • Ideale Länge für die Videos: 6 bis maximal 60 Sekunden
  • Auch ohne Ton konsumierbar
  • Im Hochformat gedreht


Der fehlende Ton und das Format tragen dabei der Tatsache Rechnung, dass die meisten Online-Videos heute auf dem Smartphone angesehen werden.

>> Wie Unternehmen Videos im Marketing einsetzen können, erfahren interessierte übrigens praxisnah und akademisch fundiert im Seminar Video Marketing der Leipzig School of Media. Nächster Termin: 15. Bis 17. Februar 2018.

Im Jahr 2018 sind die sozialen Netzwerke weiterhin Treiber des Video-Booms. (Foto: Wasana - stock.adobe.com)

Im Jahr 2018 sind die sozialen Netzwerke weiterhin Treiber des Video-Booms. (Foto: Wasana - stock.adobe.com)

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