Volontärsausbildung: Durst nach Digitalem

von Freitag, den 04. November 2016

Vermittlung digitaler Kompetenzen, Feedback von erfahrenen Kollegen und Austausch mit anderen Volontären – dies sind kurz gefasst die Wünsche und Erwartungen der Teilnehmer, die vergangene Woche an der Leipzig School of Media (LSoM) mit dem Volontärskurs Crossmedia begonnen haben. „Ich finde ich es klasse, dass nicht nur die Printmedien im Vordergrund stehen, sondern ebenfalls der Sprung zum Digitalen gemacht wird. Ich freue mich daher unter anderem auf die Sitzung zum Digital Storytelling“, sagte zum Beispiel Angelina Dongauser von der Agentur  muehlhausmoers corporate communications.

LSoM-Dozenten plaudern aus dem Nähkästchen
Sophia Spiller vom Stadtmagazin Urbanite Leipzig möchte ihre praktischen Kenntnisse mit theoretischem Grundlagenwissen erweitern: „Mich interessieren besonders medienübergreifende Recherchemethoden und die rechtlichen Aspekte. Im ersten Modul konnte ich schon lernen, wie vielseitig die Möglichkeiten der Suchmaschinen im Internet sind und wie durchschaubar jedes Profil in sozialen Netzwerken ist“, sagte sie nach den ersten Lerneinheiten an der LSoM.

Das erste Grundlagenmodul des LSoM-Volontärskurses zum Thema „Effiziente Informationsbeschaffung und -aufbereitung“ fand schon einmal ein positives Echo bei den Teilnehmern: „Die erste Woche war sehr interessant und wertvoll. Neben dem Austausch mit Volos aus anderen Medienhäusern haben vor allem die geschaffene Lernatmosphäre und die kompetenten Referenten gefallen, die wunderbare Tipps und Erlebnisse aus ihrem Journalistenleben preisgegeben haben“, sagte Steven Wiesner aus der Sportredaktion der Lausitzer Rundschau.

Deutschlandweite Journalistenbefragung: Mehr Crossmedia, mehr Feedback!
Die Erwartungen und Wünsche des Mediennachwuchses decken sich mit einer aktuellen Umfrage unter 390 Volontären aus ganz Deutschland. Die Befragung der „Initiative Qualität im Journalismus“ (IQ), an der sich grundsätzlich auch die LSoM beteiligt, förderte zutage, dass Volontäre besser für den Onlinebereich ausgebildet werden möchten und die Vermittlung crossmedialer Fertigkeiten im Berufsalltag vermissen. „Die Ausbildung im Bereich Online findet bei uns praktisch nicht statt“, kritisierte eine Tageszeitungsvolontärin stellvertretend für viele.

Die Teilnehmer der IQ-Befragung, die ihre Ansichten in offenen Antworten formulieren durften, können mehrheitlich nicht nachvollziehen, dass Crossmediales, Social Media oder auch nur die Onlineredaktion im 21. Jahrhundert nicht selbstverständlicher Teil ihrer Ausbildung sind. Eine Volontärin kritisierte, „dass viele Redaktionen digital zurückhängen, dass sie alte Fehler lieber weitermachen als was zu ändern.“

Als weiteren wichtigen Kritikpunkt nannten viele der Befragungsteilnehmer ihre Betreuungssituation und damit verbunden den Mangel an systematischem Feedback. Ein Drittel der befragten Volontäre gab an, keinen Ausbildungsredakteur oder einen anderen festen Ansprechpartner für die Ausbildung zu haben. „Mehr Feedback, mehr Betreuung“, „mehr Besprechen eigener Arbeiten“ oder „weniger Learning by Doing“, lauten die entsprechenden Antworten der Befragten.

Durchschnittsvolontär ist weiblich, gut ausgebildet und berufserfahren
Die Volontärsbefragung lieferte noch etliche weitere interessante Ergebnisse zur Situation von Volontären und ihren Verbesserungsvorschlägen für die Ausbildung. Unter anderem fordern die Teilnehmer mehr externe Weiterbildungen und die Möglichkeit zu ergänzenden Praktika in anderen Unternehmen. Außerdem wünschen sich die Volontäre eine bessere Organisation und Struktur, eine Verkürzung der Ausbildungsdauer und mehr Gehalt.

Interessant sind auch die erhobenen soziodemographischen Daten. Der Durchschnittsvolontär in Deutschland ist laut der Befragung heutzutage weiblich (zu 64 Prozent), 26,9 Jahre alt, hat einen Universitätsabschluss (zu 95 Prozent) in einem Studienfach mit Medienbezug oder einem geisteswissenschaftlichen Fach und verfügt bereits über Erfahrungen aus freier Mitarbeit im Umfang von gut drei Jahren. Fast die Hälfte (45 Prozent) wird während des durchschnittlich zwei Jahre dauernden Volontariats unterhalb des Tarifniveaus bezahlt.

Eine Zusammenfassung der IQ-Befragung als PDF können Interessierte auf der Website der Initiative Qualität im Journalismus herunterladen.

"Wir möchten bitte ausgebildet werden!" - Die aktuelle Umfrage der „Initiative Qualität im Journalismus“ (IQ) benennt die Schwachpunkte der Volontärsausbildung: wenig Struktur, wenig Feedback, wenig Crossmedia.

"Wir möchten bitte ausgebildet werden!" - Die aktuelle Umfrage der Initiative Qualität im Journalismus benennt die Schwachpunkte der Volontärsausbildung: wenig Struktur, wenig Feedback, wenig Crossmedia. (Foto: Enrico Meyer)

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