Zwei Drittel aller Social Media Manager arbeiten ohne spezielle Ausbildung

von Montag, den 05. Dezember 2016

Social Media Manager und Community Manager in Deutschland bewältigen ihre Aufgaben größtenteils ohne jemals für ihr Berufsfeld ausgebildet worden zu sein. In einer neuen Studie des Bundesverbandes Community Management (BVCM) gaben zwei Drittel der Befragten an, noch keine Aus- oder Weiterbildung im Bereich Social-Media-Management oder Community-Management absolviert zu haben. Der BVCM empfiehlt Unternehmen deshalb, eine Qualifizierung der Mitarbeiter zur Pflichtaufgabe zu machen. Anders könne mit der Entwicklung der Plattformen, Werkzeuge und Methoden nicht Schritt gehalten werden.

Qualifizierung findet in den Unternehmen laut der Studie größtenteils durch Wissenstransfer zwischen den Mitarbeitern statt. Online-Kurse und Webinare nutzen 25 Prozent der Befragten. Beinahe gleichauf (24 Prozent) rangiert die Teilnahme an Konferenzen. „Erschreckend“ ist nach Aussage der Autoren der Studie, dass jeder fünfte Befragte angibt, in seiner Organisation gebe es überhaupt keine Qualifizierungsmaßnahmen.

Kein Mangel an Aus- und Weiterbildungsangeboten
Dabei existieren am Markt spezifische Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, wie etwa der Zertifikatskurs zum Social Media Manager der Leipzig School of Media (LSoM). Lediglich im Bereich Community Management mangelt es noch an dezidierten Ausbildungsangeboten. Die Autoren der Studie führen dies darauf zurück, dass in vielen Stellenangeboten explizit nach Social Media Managern gesucht wird – selbst dann, wenn eigentlich andere Fähigkeiten gebraucht würden. Dementsprechend suchen auch junge Fachkräfte nach solchen Angeboten.

Die LSoM geht übrigens ab 2017 mit einem neuen Zertifikatskurs zum Community Manager an den Start, um der weiteren Spezialisierung im Berufsfeld Rechnung zu tragen. Wie der Zertifikatskurs zum Social Media Manager, bereitet auch das neue Format auf eine externe Branchenprüfung durch den BVCM vor.

Beschäftigte: jung, unerfahren, leistungsbereit
Die Studie offenbart weiterhin, dass die Social-Media-Fachkräfte nur über geringe Berufserfahrung verfügen. Mehr als die Hälfte der Befragten hat insgesamt weniger als 10 Jahre Berufserfahrung und weniger als vier Jahre Erfahrung in dem Berufsfeld. 75 Prozent der Studienteilnehmer sind allerdings auch noch jünger als 40 Jahre.

Bildungsniveau und Leistungsbereitschaft sind hoch. 70 Prozent der Befragten verfügen über einen Hochschulabschluss. Ein Drittel arbeitet mehr als 40 Stunden pro Woche. Was den Schluss zulässt: Die Unternehmen lassen Potenziale brachliegen.

Unternehmen: große Ziele, geringe Investitionen
Möglicherweise fehlen in den Unternehmen auch Zeit und finanzielle Mittel für die Qualifizierung der Mitarbeiter. Zwischen Anspruch und Anstrengungen klafft in vielen Firmen eine Lücke, wie die Studie nahelegt.

Denn die Liste der zu erreichenden Ziele ist sehr lang: Jeweils etwa drei Viertel der Befragten geben an, sie sollen Konversionen auf der Unternehmenswebsite herbeiführen, die Kundenbindung verbessern und ihre Reichweite erhöhen. Zugleich soll die Marken bekannter gemacht und Service am Kunden  geleistet werden (jeweils von 55 Prozent genannt).

Andererseits gehören der Social-Media-Abteilung in fast der Hälfte der Fälle (48 Prozent) nur ein oder zwei Mitarbeiter an. Wobei diese Mitarbeiter oftmals auch die Strategie der Organisation in den sozialen Netzwerken und Medien konzipieren und formulieren sollen. Vor diesem Hintergrund wenig verwunderlich: Ein Drittel der Beschäftigten gibt an, ihr Unternehmen habe keine Social-Media-Strategie. Und nur jedem fünften Befragten gelingt es – vermutlich aufgrund der Aufgabenlast und des geringen Know-hows – den Erfolg der eigenen Maßnahmen zu messen und nachzuweisen.

Es fehlt an Personal, Geld, Unterstützung und Know-how
Eine geringe Investitionsbereitschaft der Unternehmen zeigt sich auch bei den Budgets, die den Social-Media-Verantwortlichen zur Verfügung gestellt werden. In der Mehrheit der Fälle liegt der Etat bei unter 10.000 Euro. Mehr als die Hälfte der Befragten machte zu diesem Punkt allerdings keine Angaben.

Als die größten Barrieren und Hemmnisse bei der Umsetzung ihrer Pläne bezeichnen die Befragten folgerichtig: „fehlende Mitarbeiter“ (64 Prozent), „fehlendes Budget“ (54 Prozent), „miteinander in Konflikt stehende Ziele“ (35 Prozent), „fehlende Unterstützung durch die Führungsebene“ (32 Prozent) sowie „fehlendes Know-how“ (25 Prozent).

Vollständige Studie kostenlos herunterladen
Die Studie enthält noch viele weitere Ergebnisse und Handlungsempfehlungen, etwa zur Bedeutung der einzelnen sozialen Netzerke, zu den Arbeitsprozessen oder dem Einsatz von Software und Dienstleistern. Der BVCM bietet einen kostenlosen Download an.

An der nicht-repräsentativen Befragung, die zwischen Juni und August dieses Jahres stattfand, nahmen über 300 Social-Media-Fachkräfte teil.

Der Bundesverband Community Management empfiehlt Unternehmen, in die Qualifizierung von Mitarbeitern im Bereich Social-Media-Management oder Community-Management zu investieren.

Der Bundesverband Community Management empfiehlt Unternehmen, in die Qualifizierung von Mitarbeitern im Bereich Social-Media-Management oder Community-Management zu investieren. (Foto: Enrico Meyer)

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