Hashtag: Das Berufsbild des Social Media Managers

von Montag, den 12. Oktober 2015

Die Nachfrage nach Social Media Managern am Arbeitsmarkt steigt ständig. Das Berufsbild hat sich inzwischen etabliert und zunehmend professionalisiert. Dennoch sind die Anforderungen einiger Unternehmen an den Social Media Manager im eigenen Hause enorm und immer noch durch Unsicherheiten sowie unrealistische Einschätzungen der digitalen Transformation geprägt. Wir haben uns einige Jobportale vorgenommen, die geschalteten Stellenausschreibungen analysiert und darüber mit dem Social-Media-Experten Ben Ellermann gesprochen. Ellermann ist Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Community Management e.V. für digitale Kommunikation und Social Media (BVCM) und Dozent im Zertifikatskurs zum Social Media Manager der Leipzig School of Media (LSoM). Was dabei herausgekommen ist, erklären wir anhand von drei Szenarien.

Szenario 1: Die grundsätzliche Fehlannahme – Ich bin in sozialen Medien, also bin ich


Viele Unternehmen wollen in Social-Media präsent sein, ohne dass sie strategisch vorgehen und ein klares Ziel verfolgen. „Der größte und häufig vorkommende Denkfehler ist, dass das Thema Wertschöpfung nicht im Fokus der Überlegungen steht. Das bedeutet, dass es keine klaren Ziele gibt. Es werden keine Kennzahlen festgelegt, mit denen sich Erfolge messen lassen können", sagt Ben Ellermann. Social Media Manager haben in der Folge Probleme, ihre Aktivitäten zu rechtfertigen beziehungsweise ihren Nutzen nachzuweisen.

Szenario 2: Auf der Suche nach dem Und-…und-…und-Spezialisten

Einige Unternehmen suchen den Social Media Manager, der absolut alles kann: Strategie-Entwicklung, Content-Erstellung, Redaktion, Kampagnen-Management, SEO, SEA, Community Management, Monitoring etc. pp. In den Stellenanzeigen liest sich das so: "(…) Angemessene praktische Erfahrung im Bereich Social Media, Online-Marketing und Community Building mit einem Faible für Kennzahlen und Nutzungsdaten sowie einem Sinn für gute Texte und ersten Erfahrungen im Bereich Apps & Mobile". Ben Ellermann verwundern solche Anforderungsprofile: "Es fehlen offenbar noch klare Ausdifferenzierungen in der Praxis", sagt er. Die Berufsbilder seien derzeit oftmals zu weit gefasst. Dies betrifft zum Beispiel die Profile des Social Media Managers und des Community Managers. So soll der Social Media Manager in vielen Unternehmen gleichermaßen strategische und operative Fertigkeiten mitbringen. Ellermann: "Wenn ich eine Unternehmensseite bei Facebook betreibe und einen Mitarbeiter habe, der diese Facebook-Community, sehr gut zu aktivieren versteht und der ausgezeichnet mit den Kunden kommuniziert, heißt das noch lange nicht, dass diese Person strategischen Fragestellungen ebenso erfolgreich bewerkstelligen kann."

Szenario 3: Jung = digital na(t)iv

In Stellenausschreibungen werden oftmals junge Menschen gesucht, um die Rolle des Social Media Managers zu übernehmen. Der Status im Unternehmen geht dabei häufig nicht über den eines Praktikanten hinaus. Viele Geschäftsführer oder Personaler glauben offenbar, dass Mitglieder der Generationen Y oder Z automatisch über die notwendigen Kompetenzen verfügen, weil sie digital natives sind und privat eigene Facebook-, Twitter- oder Instagram-Profile pflegen. Das professionelle Agieren in sozialen Netzwerken erfordert aber weit mehr. Wenn jemand Social-Media-Erfahrung aus der Nutzerperspektive hat, bedeutet dies nicht, dass er beispielsweise jederzeit zielgruppengerecht kommunizieren kann oder die rechtlichen Rahmenbedingungen im Social Web kennt.

Fazit: Der Beruf des Social-Media-Managers will gelernt sein Die Bezeichnung des Social Media Managers hat sich etabliert, aber weitere Berufsprofile differenzieren sich derzeit aus. Der BVCM hat 2012 erstmals fünf Berufsprofile in diesem Bereich voneinander abgegrenzt: den Junior- und Senior Community Manager, den Junior- und Senior Social Media Manager und den Social Media Consultant. Im Juni dieses Jahres entstand das Whitepaper für den Social Media Manager, welches Kompetenzen, Fertigkeiten und Aufgaben definiert und als eine Orientierung sowohl für den Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer dienen soll. Ellermann erläutert dazu, dass diese Ausdifferenzierung theoretisch sinnvoll ist, jedoch in der Praxis noch zu wenig Berücksichtigung findet. Das habe unter anderem die jüngst durchgeführte Studie „Zum Status von Social Media- und Community Management“ gezeigt.

Text: Mariela Sirakova

Symbolfoto zum Thema Social Media der Zukunft.

Eines scheint sicher: Das Berufsbild des Social Media Managers wird sich zukünftig noch weiter verändern. (Symbolbild: Fotolia/Milles Studio)

Foto von Ben Ellermann

Ben Ellermann ist Vorsitzender des Bundesverbands Community Management e.V. für digitale Kommunikation und Social Media (BVCM). Er doziert im Zertifikatskurs zum Social Media Manager der Leipzig School of Media. (Foto: privat)

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